Der Rest von Hamburg – Alsterdorf

Soso, da bin ich also nun und schreibe einen Blogeintrag. Natürlich ist die Idee zu diesem Thema jetzt nicht einmal auf meinem Mist gewachsen, sondern ist eine Einladung von Herrn Buddenbohm den eigenen Stadtteil zu beschreiben siehe hier: Der Rest von Hamburg
Hey, das ist doch mal ein Thema!
Früher war ich der Meinung, dass Eimsbüttel der einzig wahre Stadtteil ist, in dem man wohnen kann, darf und sollte. Nun bin ich ja auch nicht mehr so ganz taufrisch und natürlich das eine oder andere Mal umgezogen und zwar immer weiter weg von Eimsbüttel, immer weiter nach Osten. Nun wohne ich seit auch schon wieder 4,5 Jahren (Kinder, wie die Zeit vergeht) in Alsterdorf. Um es vorweg zu sagen, ich wollte hier nie hin. Bei der Suche nach einer familienfreundlichen, bezahlbaren und einigermassen großen Wohnung kam Alsterdorf in meinem Kopf und den Suchfiltern der gängingen Immobilienportalen nicht vor. Eher zufällig stieß ich auf eine Genossenschaftswohnung, die frei im Internet zu finden war und für die man spontan in die Genossenschaft eintreten konnte. Nix Wartezeit, einfach Anteile kaufen und einziehen.
Nun endlich zum Stadtteil, ich schweife ab:

Alsterdorf, im Nordosten von Hamburg ist ein sehr weitläufiger Stadtteil und grenzt auf der einen Seite an Winterhude und an der anderen an, öhm… Fuhlsbüttel?! Ja, oder? (Ich bin abgelenkt, auf meinem Balkon hüpfen, fliegen und toben 4 Meisen, die sich freuen eine Meisenfutterstange vorzufinden. Ich schweife schon wieder ab). Einkaufsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel am Alsterdorfer Markt. Der ist von meinem zu Hause ca.20 Minuten entfernt (zu Fuß) und ein ziemlich schöner Platz, wo es neben Edeka, Aldi, Rossmann sogar einen Dönermann gibt es. 2 Mal in der Woche ist auf dem Marktplatz “Wochenmarkt”. Ausserdem gibt es kleine Geschäfte mit Geschenkartikeln aus den Werkstätten. Der Alsterdorfer Marktplatz grenzt nämlich an das Krankenhaus Alsterdorf, in dem vor allem Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderungen behandelt werden. Dazu gehören auch Wohnungen, in denen die Betroffenen eigenständig aber betreut leben können. Es mutet deswegen für Aussenstehende etwas merkwürdig an, sich dort auf Shopping -Tour zu begeben, denn an jeder Ecke trifft man auf Menschen, die laut mit sich selbst reden, auf der Bank mit ihrem Teddy kuscheln, lauthals dauerlachen oder sich sonstwie nicht gesellschaftskonform benehmen. Auch wenn das jetzt nicht so klingt, sie werden von Einheimischen liebevoll “Klapps-Kallis” genannt und nennen sich auch selbst so. Für alle, die in Alsterdorf wohnen, gehören die “Klapps-Kallis” ins gewohnte Bild und keiner stört sich an ihnen. Berührungsängste gibt es hier nicht und Kinder wachsen hier damit auf, dass es Menschen gibt, die anders sind. Das gefällt mir. Wem das nicht gefällt, der geht eben in der anderen Richtung einkaufen. Die Alsterdorfer Straße, die sehr lang ist und bis Winterhude reicht, ist gesäumt von allen Geschäften, die ich so kenne. Also Lebensmittel jetzt. Was hier fehlt, ist ein türkischer Gemüsemann, zumindest einer der zu Fuß erreichbar ist. Das ist ein Manko. Also insgesamt gibt es -zu Fuß von meinem Wohnort bequem und unter 20 min. erreichbar- zu wenig Einkaufsmöglichkeiten für mal eben Eier Kaufen oder huch, ich hab keine Milch mehr.

Dafür ist, einmal über die Alsterkrugchaussee rübergehüpft, das Eppendorfer Moor zu finden, das eigentlich in Groß Borstel liegt. Ein wunderschönes Naturschutzgebiet, mitten in der Stadt (also wenn man Alsterdorf als “mitten in der Stadt” bezeichnen will). Hier kann man toll spazieren gehen. Kinder können rumtollen und nebenbei noch Tiere, vor allem Vögel beobachten, die nicht im Tierpark, sondern in naja, freier Natur einfach so vorkommen.

Wohnen kann man in Alsterdorf gut in einem schmucken Einfamilienhaus, zum Beispiel am Brabandkanal, also mit Blick aufs Wasser oder direkt am Alsterlauf… auch am Wasser, so eine Überraschung! Oder man wohnt, wie ich in einem Mehrfamilienhaus. In meinem Fall in einer Wohnanlage (wie das klingt) auf dem Areal einer ehemaligen Kaserne. Das mit der Genossenschaft habe ich schon erwähnt, Miete ist also eher bezahlbar als teuer. Außerdem nimmt die Genossenschaft hier in Alsterdorf (die haben auch in anderen Stadtteilen Wohnungen) nur Mieter mit Kindern auf. Das gesamte Grundstück -und das ist riesig-, ist bestückt mit Grünflachen und Spielplätzen, die einladend und gut gepflegt sind. Ja, hier laufen Gärtner rum und machen alles hübsch. Die Häuser befinden sich teils mit Blick auf die stark befahrene Strasse und teils mitten auf dem Gelände, so dass die Strasse weder zu sehen, noch zu hören ist (ich wohne auf dem Gelände, mit Blick auf einen der Spielplätze). Kinder kann man hier nach draussen lassen, ohne Angst haben zu müssen, dass sie “unter die Räder” kommen. Das Gelände ist groß genug um sich mit dem Fahrrad aus dem Staub zu machen, ohne auf eine Strasse zu treffen. Das geht auch schon mit den Kleinkindern. Das Gelände ist ausserdem eingezäunt (Altes Relikt aus der Kasernenzeit) und für die Autos, die auf den Parkplatz wollen, geht dies nur über die Einfahrt durch die Schranke, die nur für Bewohner möglich ist (mit Schlüssel). Wer hier nicht wohnt muss auf der Strasse parken, was auch kein Problem darstellt. Es findet sich immer schnell einer. Die Parkplatzsituation habe ich damit auch abgehakt.

Wer hier wohnt ist entweder Pole, Iraner, Ghanaer, Iraner, Iraker, Amerikaner, Türke, Deutscher usw. Ich glaube in unserer “Siedlung” wohnt alles an Nationalitäten, was ich so kenne und das ist herrlich. Meine direkten Nachbarn sind Iraker und die können kochen, mmmmh. (Ich schweife schon wieder ab).
Die Kinder treffen sich alle unten und natürlich sind die nicht alle gleich alt aber Stichwort “Sozialkontakte”. Überall lachende Kinder (ok, Weinen hört man auch regelmässig. Wo gehobelt wird und so…)!

Die Nähe zum Flughafen ist mal gut, mal schlecht. Gut, wenn der eigene Urlaub ansteht, das eigene Auto auf dem eigenen Parkplatz stehen bleiben kann, denn der Bus fährt -ich glaube- 15 Minuten direkt dorthin. Wenn der Wind gut steht und die “andere” Start-/Landebahn nicht gerade renoviert wird, ist auch alles gut. Man hört zwar manchmal die Turbinen der Flugzeuge aber das ist nicht so laut. Schlecht, wenn man kein Flugzeugfan ist, ist die Nähe dann, wenn der Wind schlecht steht oder die andere Landebahn… ihr wißt schon. Dann befindet sich die Einflugschneise quasi vor meinem Wohnzimmerfenster. Manchmal winke ich, wenn der A380 der Emirates zur Landung ansetzt. Ich weiß nicht, ob die Passagiere das sehen können aber ich bilde mir ein, ich könnte mit ausgestrecktem Arm fast den Flügel berühren. Zum Glück kommt das nicht oft vor… wie gesagt, Windrichtung und so. Allerdings lernt man so auch etwas über Dinge, die ich sonst noch nie so wahrgenommen habe. Habt ihr schon mal was von Wirbelschleppen gehört? Anders gefragt, habt ihr schon mal das Geräusch einer Wirbelschleppe gehört? Also ich schon! Klingt wie fauchende Trolle (fauchen Trolle?)

Zusammenfassend: Alsterdorf ist schön. Schön bunt, schön laut, schön leise, schön grün, schön schön… Drückt mir die Daumen, hier ist eine Baustelle auf dem Weg zur KITA (auch sehr, sehr schön und sehr dicht dran). Ich hoffe, die bauen -wie Gerüchte dies kundtun- einen Aldi oder so.

Schreibfehler bitte ich zu entschuldigen. Ich hätte schon vor ner halben Stunde weg sein müssen. Korrektur ist jetzt zeitlich nicht mehr drin!

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